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Mai
17

Ausstellung – Passionen einer eleganten Dame

Atsuita-Karaori
Gewand für das Nô-Theater
Japan, Edo Zeit, 18. Jh.

Passionen einer eleganten Dame – Asiatische Textilien der Sammlung Hammonds

Eine Ausstellung des Museums für Asiatische Kunst, vom 8. März bis zum
9. Juni 2013, in den Galerien Japanische Malerei und Religiöse Kunst
Ostasiens, Ostasiatische Kunstsammlung

Furisode Uchikake Übergewand für eine Dame Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.

Furisode Uchikake
Übergewand für eine Dame
Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.

Die Schau präsentiert erstmals eine Auswahl aus der Sammlung asiatischer Textilien der MCH-Stiftung, Sammlung Hammonds. Sie bietet einen faszinierenden Einblick in die technische Raffinesse und den Musterreichtum der ostasiatischen Textilkunst. Zusammengetragen hat die insgesamt mehr als fünfzig Objekte umfassende Kollektion die Konzertpianistin, Diplomatengattin und Weltreisende Magdalene C. Hammonds, die vornehmlich zwischen 1935 und 1955 in Ostasien sammelte und sich auf japanische Gewänder konzentrierte. Zu sehen sind auf 350 qm Ausstellungsfläche 30 Gewänder, 5 Werke der Malerei, 6 Lackarbeiten.

 

Die enorme Bandbreite der Typen und Dekore ermöglicht einen hervorragenden Überblick über den Zusammenhang zwischen Gewandform, Stoffqualität, Muster und sozialer Funktion.

Atsuita-Karaori Gewand für das Nô-Theater Japan, Edo Zeit, 18. Jh.

Atsuita-Karaori
Gewand für das Nô-Theater
Japan, Edo Zeit, 18. Jh.

Technisch stechen die aufwendigen und prachtvoll dekorierten Kostüme des Nô-Theaters heraus, die sich ursprünglich an der Kleidung der Aristokratie orientierten. Unter den farbenprächtige Roben und aufwändig gemusterten Obi-Gürteln eleganter Damen sind sowohl Beispiele für den Bedarf des Adels wie auch für wohlhabende Kaufmannsgattinnen und schließlich sogar in größerer Stückzahl gefertigte Stücke für den anonymen Konsum vertreten.

Das Repräsentationsstreben des buddhistischen Klerus belegen kostbare Altarbehänge sowie Stolen und Priesterumhänge, die zwar mittels einer Patchwork-Ästhetik das Ideal materieller Bedürfnislosigkeit suggerieren, den Roben der Elite aber in der Stoffqualität in nichts nachstehen. Seltene textile Zeugnisse aus dem chinesischen Kaiserreich runden die Auswahl ab.

 

Quelle: Staatliche Museen Berlin
Bilder:  © MCH-Stiftung, Sammlung Hammonds, Foto: Fulvio Zanettini, Köln

Mai
16

Luxury for Fashion

broschenauswahl

Luxury for Fashion: Internationaler Modeschmuck der Fior Collection London, 1950 – 1990

Eine Ausstellung der Kunstbibliothek vom 11. April bis 6. Oktober 2013
Ort der Ausstellung: Ausstellungsraum der Kunstbibliothek
Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr

Die rund 290 in der Ausstellung präsentierten Schmuckobjekte der „Fior Collection London“ gewähren einen hochkarätigen Überblick zum internationalen Modeschmuck der 1950er bis 1980er Jahre. Die erstmalig öffentlich zu sehenden Objekte dieser Londoner Privatsammlung, die in vier Dekaden untergliedert gezeigt werden, fächern ein breites Spektrum an Stilen, Materialien, Firmen und Designern dieses Metiers auf.

Halsreif und Armband Henkel & Grosse (DE) für Christian Dior, 1985 Metall, vergoldet und emailliert, Epoxydharz- und facettierte Glassteine, 16 x 16 cm, 19,5 x 2,5 cm

Halsreif und
Armband
Henkel & Grosse (DE) für Christian Dior,
1985
Metall, vergoldet und emailliert, Epoxydharz-
und facettierte Glassteine, 16 x 16
cm, 19,5 x 2,5 cm

Vertreten sind die führenden Modeschmuckhersteller Marcel Boucher, Ciner, Mazer Jomaz, Panetta und Polcini aus New York; auch Trifari, Coro und Kramer sind mit herausragenden Objekten vertreten. Vom englischen Hersteller Mitchel Maer sind exklusive und heute hoch gehandelte Schmucksets für Christian Dior zu sehen, teilweise nach Entwürfen des namhaften Designers Roger Jean-Pierre. Zusammen mit dem Dior-Modeschmuck der Pforzheimer Unternehmen Henkel & Grosse und Eisenhardt zählen sie zum Aufwändigsten und Hochwertigsten dieser Sparte, weshalb ihnen ein gesondertes Kabinett in der Ausstellung gewidmet ist. Originelle Objekte von italienischen und französischen Herstellern wie Coppola e Toppo, Cis oder Louis Rousselet führen zudem die Bandbreite des Genres vor Augen.

Zwei Broschen Kramer (US), ca. 1955 Metall, vergoldet, facettierte Glassteine, 5,7 x 4 cm, 3,5 x 2,9 cm

Zwei Broschen
Kramer (US), ca. 1955
Metall, vergoldet, facettierte Glassteine,
5,7 x 4 cm, 3,5 x 2,9 cm

Die Ausstellung „Luxury for Fashion“ konzentriert sich auf das Segment des „costume jewellery“: Im Englischen ist „costume jewellery“ eine Bezeichnung für Modeschmuck, der sich im Gegensatz zu „fashion jewellery“ in Stil und Verarbeitung durch eine große Nähe zu Echt- und Juwelenschmuck auszeichnet. Die sehr aufwändige Verarbeitung von „costume jewellery“, bei der nicht selten einzelne Produktionsschritte in Handarbeit ausgeführt werden, ist durchaus mit derjenigen von Echt- und Juwelenschmuck vergleichbar. Facettierte Glassteine in reicher Farbpalette kommen hierbei anstelle von Diamanten, Smaragden und anderen Edelsteinen zur Anwendung. Auch täuschend echt wirkende Kunstperlen in allen Farbnuancen, Formen und Größen sind Bestandteil vieler Entwürfe. Edelmetalle werden selten massiv, sondern als hochkarätige Auflage verarbeitet. Dabei eröffnet die Verwendung dieser kostengünstigeren Werkstoffe den Entwerfern einen Gestaltungsspielraum, der im Bereich der Materialität, der Farbigkeit und bei der Formfindung zu einer ganz eigenständigen Kreativität und Experimentierfreude führt. So wurden beispielsweise eigens farbige Glassteine entwickelt, die mit Effekten aufwarten, die mit keinem Edelstein zu vergleichen sind. Der spezifische Gestaltungsspielraum, den der Modeschmuck bietet, führte dabei nicht selten zu Entwürfen, die als Inspirationsquelle auf den Juwelenschmuck zurückwirkten. Umgekehrt spiegeln sich Trends, die im Bereich des Echtschmucks ihren Ursprung haben, sofort im „costume jewellery“ wider. Anschauliche Beispiele bieten das „Mystery Setting“ von Van Cleef & Arpels, der Cartier-Panther oder der Bulgari-Stil der 1980er Jahre, die unmittelbar adaptiert wurden.

Die private „Fior Collection London“ ist aus dem gleichnamigen Familienunternehmen hervorgegangen, das mit seinen Londoner Boutiquen zu den führenden Anbietern von Luxusaccessoires zählte. Bereits 1932 hatte Sonny Feldman sein erstes Geschäft für erstklassigen Modeschmuck und hochwertige Lederwaren in London eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte er den Standort mitten ins feine Londoner Einkaufsviertel der Bond Street in die Nähe der Burlington Arcade. Nicht nur Film- und Bühnenstars zählten zu seinen Kunden, sondern auch Mitglieder der europäischen Königshäuser, weswegen dem Unternehmen „Fior“ als einzigem Modeschmuckhändler der Titel eines königlichen Hoflieferanten verliehen wurde. Ende der 1950er Jahre stiegen Sonnys Söhne in das Familienunternehmen ein. Bereits damals begann Lawrence D. Feldman mit dem Aufbau der „Fior Collection London“, indem er aus jeder Kollektion seines Schmucksortiments bis zur Geschäftsaufgabe im Jahr 2001 repräsentative Stücke auswählte. Heute umfasst diese einmalige Privatsammlung mehrere Tausend Modeschmuckobjekte internationaler Hersteller aus den USA, Kanada, England, Frankreich, Italien und Deutschland. Die Fülle an erhaltenen, vielteiligen Sets dieser Sammlung zeigen eindrucksvoll die verschiedenen Varianten eines Entwurfs an Collier, Armband, Brosche und Ohrclips auf.

Collier und Paar Ohrclips Panetta (US), späte 1970er Metall, vergoldet, Jadeimitat, 23 x 18 cm, 5,5 x 1,6 cm

Collier und Paar Ohrclips
Panetta (US), späte 1970er
Metall, vergoldet, Jadeimitat, 23 x 18 cm,
5,5 x 1,6 cm

Modeschmuck ist nicht auf Dauer und Langlebigkeit beziehungsweise Zeitlosigkeit ausgerichtet; er reagiert auf aktuelle Modetrends. Diese zeigen die rund 120 originalen Modefotografien der Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek, die die prachtvolle und opulente Schmuckschau durch die einzelnen Dekaden begleiten. Der Pariser Luxus bzw. die neue Lebenslust „alla Dolce Vita“ der 1950er, abstrakt geometrische Tendenzen in den 1960er Jahren, die Indien-Begeisterung um 1970 oder das selbstbewusste Poweroutfit der 1980er Jahre werden anschaulich vor Augen geführt.

 

 

Text: Dr. Adelheid Rasche, Dr. Britta Bommert
Fotos: © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Martin Gosewisch

Apr
16

TASCHEN – Eine europäische Kulturgeschichte vom 16. bis 21. Jahrhundert

Brieftasche mit Seidenstickerei
Seidengewebe, Seidenstickerei, Karton, Messingschloss
Frankreich, um 1750
Brieftasche mit Seidenstickerei Seidengewebe, Seidenstickerei, Karton, Messingschloss Frankreich, um 1750

Brieftasche mit Seidenstickerei
Seidengewebe, Seidenstickerei, Karton, Messingschloss
Frankreich, um 1750

München – Das Bayerische Nationalmuseum präsentiert bis 25. August 2013 in einer Sonderausstellung etwa 300 Taschen aus dem 16. bis 21. Jahrhundert. Das Spektrum umfasst frühe Geldbeutel, Jagdtaschen, Börsen, Handarbeitsbeutel, Reisetaschen und so genannte Pompadours, bis hin zu modernen Damenhandtaschen. Gefertigt aus Leder, Metall, Leinen, Samt oder Seide sind die eleganten historischen Stücke aus der Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums oft aufwendig mit Gold- und Silberfäden, Perlen, Applikationen und Bändern verziert. Einige der kostbarsten Beispiele stammen aus dem bayerischen Königshaus. So gilt die berühmte Jagdtasche des Kurfürsten Maximilian I. als Zeugnis für die herausragende Stickkunst der Münchner Hofwerkstätten. Neben einer silberverzierten Samtbörse aus dem Besitz von König Ludwig I. haben sich einige kleine Beutel erhalten, die wohl von Prinzessinnen des Hauses Wittelsbach gefertigt wurden. Mit dem Ankauf der Kostümsammlung Williams gelang es dem Bayerischen Nationalmuseum im Jahr 1996, den Bestand um zahlreiche Börsen und Portefeuilles aus Barock, Rokoko und Klassizismus zu erweitern. Die etwa 250 historischen Taschen werden ergänzt durch ausgewählte, besonders charakteristische Beispiele, die den Zeitgeschmack von den wilden 1920er Jahren bis heute repräsentieren.

Ländliche Frauentasche, sog. Zöger Stroh, Leder Laabertal / Niederbayern, 19. Jahrhundert

Ländliche Frauentasche, sog. Zöger
Stroh, Leder
Laabertal / Niederbayern, 19. Jahrhundert

Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Typen von Taschen und vermittelt den kulturgeschichtlichen Zusammenhang von Trageweise und Funktion anhand von Gemälden, Skulpturen und grafischen Blättern. Während in der bürgerlichen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts die prall gefüllte Geldtasche als Zeichen des Wohlstands gut sichtbar zur Schau getragen wurde, verstaute man im 17. und 18. Jahrhundert Börsen und Beutel meist in den Falten des voluminösen Gewandes. Um 1800 wurde das „Ridikül“ zum festen Bestandteil der weiblichen Garderobe. Es war der Vorläufer der Handtasche, deren Siegeszug zum unentbehrlichen Accessoire der modebewussten Dame im ausgehenden 19. Jahrhundert begann. Vom Geldsack des frühen 16. Jahrhunderts bis zur Kellybag führt die Ausstellung die Vielfalt von Formen und Materialien des facettenreichen und zugleich funktionalen Accessoires vor Augen – eine europäische Kulturgeschichte im Taschenformat.

Abendtasche von Massoni Gold und Weißgold, Brillanten Rom, um 1950-1960 Sammlung Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Abendtasche von Massoni Gold und Weißgold, Brillanten Rom, um 1950-1960 Sammlung Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Handtasche von Christian Lacroix Seiden-Jacquardgewebe (bedruckt), Seidenrips, Metallbeschlag, Metalldruckknopf, Metallreißverschluss Paris, 1989 Sammlung Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Handtasche von Christian Lacroix
Seiden-Jacquardgewebe (bedruckt), Seidenrips, Metallbeschlag, Metalldruckknopf, Metallreißverschluss
Paris, 1989
Sammlung Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Weitere Informationen zur Ausstellung findet man hier.

Begleitend zur Ausstellung führt unter anderem ComCreativ Kurse im Bayerischen Nationalmuseum durch. Die Termine und Themen sind:

21. Mai 2013 Taschenkurs „Jeans goes bag“
1. August 2013 Ferien-Kreativwerkstatt Tasche aus Recycling-Material
7. August 2013 TASCHEN-Workshop für fortgeschrittene Hobbyschneiderinnen
Informationen zu den Kursen, Inhalten und Gebühren können über info@comcreativ.de angefodert werden.

Quelle: © Bayerisches Nationalmuseum München, 2013