18
Neue Farbigkeit beim Nähen – Janome MC 9900
Mörfelden – Auf der Messe in Köln vorgestellt, kommt sie jetzt in den Fachhandel. Die neue Janome MC 9900, eine kleine Näh-Stickkombination mit großer Leistung. Auf den ersten Blick ist allerdings eine bei einer Nähmaschine nette Idee, die Janome hier erstmals zeigt. Die Maschine kommt mit drei auswechselbaren Blenden. Der Besitzer kann selbst bestimmen, ob seine Maschine rot, türkis oder perlweiß schimmert. Weitere Farben, so Janome, sind als optionale Blenden in Vorbereitung. Da wurde eine Idee aufgegriffen, wie sie bei MP3 Playern und Smartphones schon eine geraume Weile existiert. Pimp your Machine.
Doch auch die Technik überzeugt. Janome setzt weiter auf die Slimtechnik bei der Stickeinheit, die sich ganz schlank an der Rückseite integrieren lässt. Die Maschine wir nur merklich in der Tiefe größer. Sonst ist sie nur fast so groß wie die MC 9900 als Nähmaschine. Bewährt hat sich bereits in anderen Janome Maschinen die Wellenlagerung mit Kugellagern. Dadurch läuft die MC 9900 sehr ruhig und vibrationsarm. In der Stickeinheit arbeitet die von Janome eigens entwickelte Robotertechnik. Diese ist übrigens weltweit in der produzierenden Industrie seit Jahren bewährt.
Viele schöne neue Stickmuster gehören zur Ausstattung dazu. Neu ist der Prozessor der Maschine, der viermal so schnell wie bei bisherigen Janome Maschinen arbeitet und selbst am Display hat Janome nochmals eine Verbesserung vorgenommen. Klar und farbecht ist die Darstellung. Es regiert exakt auf die Berührungen und gibt viele Hilfen beim Nähen oder Sticken. Toll ist auch der Preis, der der Leistung uns Ausstattung eher kleine gegenüber steht.
Die MC 9900 setzt die Tradition der Janome Näh-Stickmaschinen fort, die seit 1990 immer neue Trends setzte. Auch die Besitzer der MC 9900 kommen in den Genuss der Qualitätsware von Janome und werden sich lange am neuen Hobbygerät erfreuen.
Quelle: Janome Deutschland
17
Ausstellung – Passionen einer eleganten Dame
Passionen einer eleganten Dame – Asiatische Textilien der Sammlung Hammonds
Eine Ausstellung des Museums für Asiatische Kunst, vom 8. März bis zum
9. Juni 2013, in den Galerien Japanische Malerei und Religiöse Kunst
Ostasiens, Ostasiatische Kunstsammlung
Die Schau präsentiert erstmals eine Auswahl aus der Sammlung asiatischer Textilien der MCH-Stiftung, Sammlung Hammonds. Sie bietet einen faszinierenden Einblick in die technische Raffinesse und den Musterreichtum der ostasiatischen Textilkunst. Zusammengetragen hat die insgesamt mehr als fünfzig Objekte umfassende Kollektion die Konzertpianistin, Diplomatengattin und Weltreisende Magdalene C. Hammonds, die vornehmlich zwischen 1935 und 1955 in Ostasien sammelte und sich auf japanische Gewänder konzentrierte. Zu sehen sind auf 350 qm Ausstellungsfläche 30 Gewänder, 5 Werke der Malerei, 6 Lackarbeiten.
Die enorme Bandbreite der Typen und Dekore ermöglicht einen hervorragenden Überblick über den Zusammenhang zwischen Gewandform, Stoffqualität, Muster und sozialer Funktion.
Technisch stechen die aufwendigen und prachtvoll dekorierten Kostüme des Nô-Theaters heraus, die sich ursprünglich an der Kleidung der Aristokratie orientierten. Unter den farbenprächtige Roben und aufwändig gemusterten Obi-Gürteln eleganter Damen sind sowohl Beispiele für den Bedarf des Adels wie auch für wohlhabende Kaufmannsgattinnen und schließlich sogar in größerer Stückzahl gefertigte Stücke für den anonymen Konsum vertreten.
Das Repräsentationsstreben des buddhistischen Klerus belegen kostbare Altarbehänge sowie Stolen und Priesterumhänge, die zwar mittels einer Patchwork-Ästhetik das Ideal materieller Bedürfnislosigkeit suggerieren, den Roben der Elite aber in der Stoffqualität in nichts nachstehen. Seltene textile Zeugnisse aus dem chinesischen Kaiserreich runden die Auswahl ab.
Quelle: Staatliche Museen Berlin
Bilder: © MCH-Stiftung, Sammlung Hammonds, Foto: Fulvio Zanettini, Köln
16
Luxury for Fashion
Luxury for Fashion: Internationaler Modeschmuck der Fior Collection London, 1950 – 1990
Eine Ausstellung der Kunstbibliothek vom 11. April bis 6. Oktober 2013
Ort der Ausstellung: Ausstellungsraum der Kunstbibliothek
Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr
Die rund 290 in der Ausstellung präsentierten Schmuckobjekte der „Fior Collection London“ gewähren einen hochkarätigen Überblick zum internationalen Modeschmuck der 1950er bis 1980er Jahre. Die erstmalig öffentlich zu sehenden Objekte dieser Londoner Privatsammlung, die in vier Dekaden untergliedert gezeigt werden, fächern ein breites Spektrum an Stilen, Materialien, Firmen und Designern dieses Metiers auf.

Halsreif und
Armband
Henkel & Grosse (DE) für Christian Dior,
1985
Metall, vergoldet und emailliert, Epoxydharz-
und facettierte Glassteine, 16 x 16
cm, 19,5 x 2,5 cm
Vertreten sind die führenden Modeschmuckhersteller Marcel Boucher, Ciner, Mazer Jomaz, Panetta und Polcini aus New York; auch Trifari, Coro und Kramer sind mit herausragenden Objekten vertreten. Vom englischen Hersteller Mitchel Maer sind exklusive und heute hoch gehandelte Schmucksets für Christian Dior zu sehen, teilweise nach Entwürfen des namhaften Designers Roger Jean-Pierre. Zusammen mit dem Dior-Modeschmuck der Pforzheimer Unternehmen Henkel & Grosse und Eisenhardt zählen sie zum Aufwändigsten und Hochwertigsten dieser Sparte, weshalb ihnen ein gesondertes Kabinett in der Ausstellung gewidmet ist. Originelle Objekte von italienischen und französischen Herstellern wie Coppola e Toppo, Cis oder Louis Rousselet führen zudem die Bandbreite des Genres vor Augen.

Zwei Broschen
Kramer (US), ca. 1955
Metall, vergoldet, facettierte Glassteine,
5,7 x 4 cm, 3,5 x 2,9 cm
Die Ausstellung „Luxury for Fashion“ konzentriert sich auf das Segment des „costume jewellery“: Im Englischen ist „costume jewellery“ eine Bezeichnung für Modeschmuck, der sich im Gegensatz zu „fashion jewellery“ in Stil und Verarbeitung durch eine große Nähe zu Echt- und Juwelenschmuck auszeichnet. Die sehr aufwändige Verarbeitung von „costume jewellery“, bei der nicht selten einzelne Produktionsschritte in Handarbeit ausgeführt werden, ist durchaus mit derjenigen von Echt- und Juwelenschmuck vergleichbar. Facettierte Glassteine in reicher Farbpalette kommen hierbei anstelle von Diamanten, Smaragden und anderen Edelsteinen zur Anwendung. Auch täuschend echt wirkende Kunstperlen in allen Farbnuancen, Formen und Größen sind Bestandteil vieler Entwürfe. Edelmetalle werden selten massiv, sondern als hochkarätige Auflage verarbeitet. Dabei eröffnet die Verwendung dieser kostengünstigeren Werkstoffe den Entwerfern einen Gestaltungsspielraum, der im Bereich der Materialität, der Farbigkeit und bei der Formfindung zu einer ganz eigenständigen Kreativität und Experimentierfreude führt. So wurden beispielsweise eigens farbige Glassteine entwickelt, die mit Effekten aufwarten, die mit keinem Edelstein zu vergleichen sind. Der spezifische Gestaltungsspielraum, den der Modeschmuck bietet, führte dabei nicht selten zu Entwürfen, die als Inspirationsquelle auf den Juwelenschmuck zurückwirkten. Umgekehrt spiegeln sich Trends, die im Bereich des Echtschmucks ihren Ursprung haben, sofort im „costume jewellery“ wider. Anschauliche Beispiele bieten das „Mystery Setting“ von Van Cleef & Arpels, der Cartier-Panther oder der Bulgari-Stil der 1980er Jahre, die unmittelbar adaptiert wurden.
Die private „Fior Collection London“ ist aus dem gleichnamigen Familienunternehmen hervorgegangen, das mit seinen Londoner Boutiquen zu den führenden Anbietern von Luxusaccessoires zählte. Bereits 1932 hatte Sonny Feldman sein erstes Geschäft für erstklassigen Modeschmuck und hochwertige Lederwaren in London eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte er den Standort mitten ins feine Londoner Einkaufsviertel der Bond Street in die Nähe der Burlington Arcade. Nicht nur Film- und Bühnenstars zählten zu seinen Kunden, sondern auch Mitglieder der europäischen Königshäuser, weswegen dem Unternehmen „Fior“ als einzigem Modeschmuckhändler der Titel eines königlichen Hoflieferanten verliehen wurde. Ende der 1950er Jahre stiegen Sonnys Söhne in das Familienunternehmen ein. Bereits damals begann Lawrence D. Feldman mit dem Aufbau der „Fior Collection London“, indem er aus jeder Kollektion seines Schmucksortiments bis zur Geschäftsaufgabe im Jahr 2001 repräsentative Stücke auswählte. Heute umfasst diese einmalige Privatsammlung mehrere Tausend Modeschmuckobjekte internationaler Hersteller aus den USA, Kanada, England, Frankreich, Italien und Deutschland. Die Fülle an erhaltenen, vielteiligen Sets dieser Sammlung zeigen eindrucksvoll die verschiedenen Varianten eines Entwurfs an Collier, Armband, Brosche und Ohrclips auf.

Collier und Paar Ohrclips
Panetta (US), späte 1970er
Metall, vergoldet, Jadeimitat, 23 x 18 cm,
5,5 x 1,6 cm
Modeschmuck ist nicht auf Dauer und Langlebigkeit beziehungsweise Zeitlosigkeit ausgerichtet; er reagiert auf aktuelle Modetrends. Diese zeigen die rund 120 originalen Modefotografien der Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek, die die prachtvolle und opulente Schmuckschau durch die einzelnen Dekaden begleiten. Der Pariser Luxus bzw. die neue Lebenslust „alla Dolce Vita“ der 1950er, abstrakt geometrische Tendenzen in den 1960er Jahren, die Indien-Begeisterung um 1970 oder das selbstbewusste Poweroutfit der 1980er Jahre werden anschaulich vor Augen geführt.
Text: Dr. Adelheid Rasche, Dr. Britta Bommert
Fotos: © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Martin Gosewisch












